Jahresabschluss: Was ist das? Was gehört dazu?

Donnerstag, 14. Januar 2021 | 0 Kommentare
Jahresabschluss was ist das?

Im Rahmen eines Jahresabschlusses werden alle wichtigen Informationen über das zurückliegende Geschäftsjahr zusammengefasst. Er gewährt einen umfassenden Überblick über den wirtschaftlichen Zustand des Unternehmens sowie die realisierten Gewinne und Verluste. Der Jahresabschluss ist verpflichtend für Unternehmen, die der Buchführungspflicht unterliegen.

Kleinunternehmen können statt einer Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) auch eine weniger detaillierte Einnahmen-Überschuss-Rechnung verwenden.

Welche Funktionen hat ein Jahresabschluss und wie ist er aufgebaut?

Der Jahresabschluss ist ein Element der kaufmännischen Buchhaltung und regelmäßig am Ende des Geschäftsjahres durchzuführen. Er enthält eine abschließende Aufstellung der Buchhaltung sowie der Gewinne und Verluste des zurückliegenden Geschäftsjahres. Dabei kommen dem Jahresabschluss grundsätzlich zwei Funktionen zu: Information und Zahlungsbemessung. Die Zahlungsbemessungsfunktion dient in erster Linie als Grundlage zur Besteuerung des Unternehmens sowie für Erfolgsbeteiligungen, wozu z. B. Dividenden an Aktionäre zählen. In seiner Informationsfunktion dient der Jahresabschluss auch als Planungsgrundlage für folgende Geschäftsjahre. Die Ergebnisse können sowohl von internen als auch externen Interessengruppen als entscheidungsrelevante Faktoren für künftige Vorgehensweisen verwendet werden. Beispiele hierfür sind Anteilseigner, Lieferanten und Gläubiger.

Der Aufbau des Jahresabschlusses basiert auf der laufenden Buchführung des Unternehmens. Oft geht ihm eine Inventur voraus, um die Bestände des Unternehmens (Anlage- und Umlaufvermögen) exakt zu erfassen. Vor der Aufstellung der Bilanz wird ein Kontenabschluss durchgeführt, wobei die Saldi aller Haupt- und Nebenkonten zusammengefasst, überprüft und nach Erfolgs- und Bestandskonten aufgeteilt werden. Erfolgskonten erfassen sämtliche Bewegungen, die den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens beitragen. In den Bestandskonten werden alle Bewegungen des Geschäftsjahres verzeichnet, wobei es sich stets um eine fortlaufende Aufstellung handelt, die im nächsten Geschäftsjahr auf Basis der ermittelten Werte fortgeführt wird. Danach folgen eine Prüfung durch eine unternehmensexterne Institution sowie die Veröffentlichung.

Was gehört zu einem Jahresabschluss?

Der Jahresabschluss muss, abhängig von Größe und Rechtsform des Unternehmens, mindestens die Teile Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung umfassen. Bei Unternehmen, die keiner regulären Buchhaltungspflicht unterliegen, genügt stattdessen eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung. Ebenfalls abhängig von Größe und Art des Unternehmens kann es erforderlich sein, den bereits genannten Komponenten auch einen Anhang sowie einen Lagebericht hinzuzufügen.

Rechtliche Grundlagen

Die Pflicht zur Erstellung eines Jahresabschlusses ergibt sich in Deutschland aus dem Handelsgesetzbuch (HGB). Die dortigen Gesetze stellen einen Rahmen dar, der durch weitere Gesetze wie beispielsweise das Einkommensteuergesetz (EStG) ergänzt wird. Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Regelungen, die einzelne Gesellschaftsformen oder Branchen betreffen.

Aber auch auf internationaler Ebene gibt es Vorgaben für den Jahresabschluss, die vor allem für multinationale bzw. global agierende Unternehmen von Bedeutung sind. Konzernunternehmen sind beispielsweise dazu verpflichtet, regelmäßig einen Jahresabschluss nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) anzufertigen

Wer ist verpflichtet?

Nach der Erstellung des Jahresabschlusses sind Kapitalgesellschaften dazu verpflichtet, diesen zu publizieren. Dazu gehören in Deutschland Aktiengesellschaften (AG), Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH) und Kommanditgesellschaften auf Aktien (KGaA). Hinzu kommt noch die Sonderform der AG, die Europäische Gesellschaft (SE). Im Rahmen der Publikationspflicht erfolgt die Offenlegung der Bilanz, gegebenenfalls des Konzernabschlusses, der Gewinn- und Verlustrechnung sowie des Lageberichts. Die Veröffentlichung selbst geschieht über den elektronischen Bundesanzeiger. Dadurch soll es den Interessenvertretern (Stakeholder) des jeweiligen Unternehmens ermöglicht werden, sich über dessen wirtschaftliche Lage zu informieren.

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