Was ist der Unterschied zwischen Buchhaltung und Accounting?

Donnerstag, 4. Februar 2021 | 0 Kommentare

Im allgemeinen Sprachgebrauch werden Buchhaltung und Accounting oftmals synonym zueinander benutzt. Das ergibt zumindest auf den ersten Blick auch Sinn, denn es gibt zweifelsohne Gemeinsamkeiten aus beiden Branchen. Doch zumindest im geschäftlichen Alltag sollte unbedingt trennscharf unterschieden werden, um Missverständnisse auszuschließen. In diesem Ratgeber geht es um Unterschiede und Gemeinsamkeiten, damit du mit Sicherheit weißt, wovon du genau sprichst. 😊

Buchhaltung und Accounting – Definitionen im Überblick

Bei der Buchhaltung (zu englisch Bookkeeping und nicht wie häufig angenommen Accounting) handelt es sich um Aufgabengruppe aus der Rechnungslegung. Die hauptsächlichen Tätigkeiten in der Buchhaltung umfassen in der Praxis Transaktionen, Posten und Kontenbilanzierung, das Erstellen von Arbeitsblättern, Verfassen und Anpassen von Journaleinträgen, den Jahresabschluss und das letztliche Schließen der Bücher. Umfasst werden hierbei ebenso finanzielle Sonderfaktoren wie Verkäufe und Rückgaben oder Warenerwerb, aber auch das Erstellen von Abschlüssen und das Entsenden von Fachliteratur. Die Bilanzerstellung und die Gewinn- und Verlustrechnung gehören ebenfalls zu den klassischen Aufgaben der Buchhaltung. 

Buchhaltung wird unterschieden in Finanzbuchhaltung (Bilanzierung, Gewinn- und Verlustrechnung), Kreditorenbuchhaltung (Verbindlichkeiten gegenüber Zulieferern) und Debitorenbuchhaltung (Forderungen von B2B- oder B2C-Kunden), sowie Lohnbuchhaltung (Abrechnung von Lohn und Gehältern), Anlagenbuchhaltung (Verwaltung des Anlagevermögens) und Kosten- und Leistungsbuchhaltung (Verwaltung der Ressourcen unterschiedlicher Unternehmensteile).  Auch wenn es sich hierbei um eine große Aufgabenvielfalt handelt, ist die Aufgabentiefe verhältnismäßig gering. Buchhaltung deckt die mechanische Eingabe, Kontrolle und Prüfung der Daten und Geschäftsunterlagen ab. 

Die Informationen, die aus der Buchhaltung gesammelt werden, sind jedoch die Grundlage für die Arbeit beim Accounting. Im Buchhaltungsprozess entstehen zunächst einmal Informationen, im Accounting werden diese sinnvoll verwertet und interpretiert.  Dies bedeutet in der Praxis auch, dass Accountants für eine größere Aufgabenfülle zu Rate gezogen werden. Geht es um das Erstellen von Finanzberichten, die Beratung oder das Erstellen von Steuererklärungen, so sind dies klassische Aufgaben des Accounting. Mit der entsprechenden Größe eines Unternehmens ist es die Buchhaltung, die alle Informationen festhält und vorbereitet, Accounting nutzt dieses Fundament, um daraus Handlungsempfehlungen, Finanzpläne oder Steuerunterlagen zu erstellen. Die Aufgaben der Buchhaltung sind eher objektiv zu betrachten, es geht hier vornehmlich um Datenübertragung. Beim Accounting hingegen kommen subjektive Einschätzungen, Wertungen und Empfehlungen hinzu. 

Gemeinsamkeiten

Buchhaltung und Accounting beschäftigen sich gleichermaßen mit Zahlen, Abrechnungen und Bilanzen. Da sollte es kaum verwundern, dass Laien beide Disziplinen häufig durcheinanderbringen. Dieser Eindruck wird oft weiterhin dadurch aufgeweicht, dass nicht jedes Unternehmen separate Abteilungen für Bookeeping und Accounting pflegt. Mal übernimmt der Buchhalter Aufgaben aus dem Accounting, mal muss das Accounting die eigene Buchhaltung übernehmen.  In der Regel sind die Ausbildung und Fachkenntnis im Accounting stärker ausgeprägt als in der Buchhaltung. 

Gerade bei kleineren Unternehmen und Betrieben verschwimmen die Grenzen und auch wenn Buchhaltung in der Theorie die Informationen für das Accounting liefern sollte, wird oftmals interdisziplinär gearbeitet. Solange die nötige Expertise vorhanden ist und das Accounting die Ressourcen hat, um die Buchhaltung durchzuführen, spricht hier nichts gegen eine grundsätzliche Vermischung der Tätigkeiten. Eine kritische Stelle hierbei ist allerdings die Steuer, denn die Steuerunterlagen müssen für das Finanzamt rechtssicher aufbereitet werden, hier ist Accounting für Unternehmen eine absolute Notwendigkeit. 

Unterschiede

Gutes Buchhaltung liefert reine Ergebnisse, am Ende stehen geschlossene Bücher, in denen alle relevanten Daten festgehalten werden. Gute Buchführung ist für Unternehmen eine wichtige Grundlage für geschäftlichen Erfolg, doch gute Buchführung alleine ist nicht ausreichend, um strategische Unternehmensentscheidungen zu treffen. 

Accounting (ob unternehmensintern oder extern) liefert konkrete Handlungsempfehlungen, um Ausgaben zu reduzieren, Profite zu optimieren, die Wirtschaftlichkeit zu erhöhen oder die Daten aus der Buchführung für die Führungsabteilung aufzubereiten. Zudem nutzen längst nicht mehr alle Unternehmen eine separate Buchhaltungsabteilung oder einen Buchhalter. Durch den Einsatz von Software können auch kleinere Unternehmen professionelle Buchhaltung nutzen und werden in der Qualität ihrer Daten höchsten Ansprüchen gerecht. Die relevanten Informationen fürs Accounting werden so außerdem fachgerecht aufbereitet und können nahtlos weiterverarbeitet werden. 

Fazit

Buchhaltung gehört zu den Essentials, Accounting bedeutet den nächsten Schritt. Die finanziellen Bilanzen und Informationen fachgerecht aufbereitet zu bekommen ist die Aufgabe guter Buchhaltung, doch nur wenn daraus die richtigen Schlüsse gezogen, Stärken und Schwächen analysiert und Handlungsempfehlungen gegeben werden, können Unternehmen langfristig lernen, wirtschaftlicher zu arbeiten und Ressourcen genau dort einzusetzen, wo dies Sinn ergibt. Accounting erfüllt genau diese Ansprüche und ist für die Erstellung rechtssicherer Steuerunterlagen ebenso relevant wie für die wirtschaftliche Zukunft eines Unternehmens. Doch wie ein Haus nicht ohne stabiles Fundament steht, kann auch Accounting nicht ohne Buchhaltung funktionieren.

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