Liquiditätsplanung erklärt: Über Einnahmen, Ausgaben und Zahlungsfähigkeit

Montag, 29. November 2021 | 0 Kommentare

Manche Unternehmen verzichten ganz auf eine Liquiditätsplanung, frei nach dem Motto: „Es wird schon irgendwie gut gehen.“ Doch irgendwann werden auch die erfolgreichsten Unternehmer von einer mangelnden Übersicht über ihre Ein- und Ausgaben eingeholt. Worauf es bei der Liquiditätsplanung ankommt und wie spezielle Tools die Arbeit erleichtern, erklären wir Ihnen in diesem Artikel.

Welches Ziel hat die Liquiditätsplanung?

Die Liquiditätsplanung soll verhindern, dass ein Unternehmen in Zahlungsverzug, bzw. in die Zahlungsunfähigkeit gerät. Manches Mal hätte eine Insolvenz verhindert werden können, wenn Verantwortliche eine Liquiditätsplanung durchgeführt hätten.

Diese zeigt nämlich oft schon im Voraus an, ob in den kommenden Monaten mit einem Liquiditätsengpass zu rechnen ist. Somit verschafft die Planung Zeit, sich auf den Engpass vorzubereiten und rechtzeitig Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Ein weiteres Ziel der Liquiditätsplanung ist, die Kosten des Unternehmens ständig im Blick zu halten. Schaut man sich seine Ausgabenseite einmal genauer an, lassen sich oftmals Punkte identifizieren, wo man einsparen kann. Gesparte Kosten wirken sich nämlich unmittelbar positiv auf die Liquidität des Unternehmens aus.

Welche Bestandteile hat die Liquiditätsplanung?

Ganz einfach gesagt ist die Liquiditätsplanung die Gegenüberstellung der erwarteten Einnahmen und Ausgaben innerhalb eines bestimmten Zeitraums.

Einnahmen

Die Einnahmenseite besteht bei der Liquiditätsplanung aus sämtlichen eingehenden Geldströmen, die in das Unternehmen hineinfließen. Zu den Einnahmen gehören beispielsweise:

  • Bezahlungen durch Kunden:innen
  • Bargeld und Kassenbestände
  • Schecks
  • Steuerrückerstattungen
  • Subventionen/Fördermittel
  • Gutschriften für das Unternehmen

Ausgaben

Auf der Ausgabenseite stehen bei der Liquiditätsplanung sämtliche ausgehenden Geldströme, die aus dem Unternehmen herausfließen – also die Kosten. Beispielsweise sind das:

  • Personalgehälter/Lohnzahlungen
  • Materialkosten
  • Kosten für Gebäudemiete
  • allgemeine Betriebskosten (Strom, Wasser, Heizung)
  • Software-Abos
  • Lieferantenzahlungen
  • Kosten für Versicherungen
  • Leasinggebühren für Maschinen oder Fahrzeuge

Je nach Unternehmen fallen noch andere Kosten an. Die obige Auflistung ist also nicht als vollständig zu betrachten.

Wie erstellt man eine Liquiditätsplanung?

Für einen bestimmten Zeitraum, z.B. für einen Monat, stellt man die Einnahmen den Ausgaben gegenüber und ermittelt den Saldo, indem man die Ausgaben von den Einnahmen abzieht. Ist der Saldo negativ, stellt das ein Liquiditätsdefizit dar; ist er positiv, hat man einen Liquiditätsüberschuss erwirtschaftet.

Dieses Prinzip lässt sich sowohl für die vergangenen Monate anwenden, als auch für die kommenden. Wer noch nie eine Liquiditätsplanung gemacht hat, sollte sich erst einmal die Einnahmen und Ausgaben aus der Vergangenheit anschauen. Daran lassen sich nämlich wiederkehrende Muster erkennen. Diese sind wichtig, wenn man eine Liquiditätsplanung für die kommenden Monate erstellt, da man hier nur mit Schätzwerten arbeiten kann.

Hilfreich für die erstmalige Liquiditätsplanung ist das Abklopfen der vergangenen Geldströme auf folgende Muster:

  • Wie hoch sind die Fixkosten? Diese lassen sich am einfachsten in die Zukunft projizieren, denn sie sind jeden Monat gleich. Darunter fallen z.B. Personalkosten und Mietzinsen.
  • Gibt es jedes Jahr Monate, die tendenziell einnahmenschwach/einnahmenstark sind? Solche Schwankungen sollten auch bei der zukünftigen Liquiditätsplanung berücksichtigt werden.

Der Einfachheit halber fasst man die Einnahmen und Ausgaben zu verschiedenen Kategorien zusammen und trägt dann die Summe für jede Kategorie in eine Tabelle ein, z.B. Personalkosten oder Kundenzahlungen.

Von Monat zu Monat wird dann der Saldo ermittelt. Für zukünftige Monate trägt man Schätzwerte in die Tabelle ein. Dabei ist es wichtig, ein möglichst realistisches Bild der Zukunft zu zeichnen. Erwartet man eine sinkende Kundennachfrage, sollte dies entsprechend mit geringeren Einnahmen berücksichtigt werden. Auf diese Weise lassen sich im Vorfeld mögliche Liquiditätsengpässe erkennen, falls ein anhaltendes Liquiditätsdefizit erwirtschaftet wird.

Digitale Tools für besseren Überblick und mehr Planungssicherheit

Häufig machen Verantwortliche oder deren Mitarbeiter:innen die Liquiditätsplanung in Excel. Das ist nicht falsch, aber umständlich. Bei dieser Vorgehensweise müssen nämlich sämtliche Geschäftskonten gesichtet werden, und die Einnahmen und Ausgaben entsprechend der Kategorien in die Excel-Tabelle eingetragen werden. Das ist zeitaufwändig und fehleranfällig.

Mit digitalen Tools, die speziell für das Liquiditätsmanagement entwickelt wurden, geht die Planung viel einfacher von der Hand. Die Liquiditätsplanungs-Software Agicap synchronisiert sich zum Beispiel automatisch mit den Bankservern und ruft von den Geschäftskonten täglich sämtliche Transaktionen ab und legt sie in den dafür vorgesehenen Kategorien ab. Das Eintippen und Zusammenrechnen von Beträgen entfällt für Mitarbeiter:innen also komplett, und man hat auf Knopfdruck einen tagesaktuellen Überblick über die Liquidität.

Für die Planung lassen sich verschiedene Liquiditätsszenarien definieren, die von pessimistisch, über realistisch bis hin zu optimistisch reichen können. Verantwortliche sehen so das ganze Spektrum, in dem sich die Unternehmensliquidität in den kommenden Monaten bewegen kann. Damit fällt es leichter, strategische Entscheidungen zu treffen, um evtl. einen Liquiditätsengpass zu verhindern.

Fazit: Liquiditätsplanung gelingt einfach mit den richtigen Tools

Die Liquiditätsplanung spielt eine bedeutende Rolle in der Finanzplanung eines Unternehmens und hilft dabei, den Kostenapparat schlank zu halten und Liquiditätsengpässe zu vermeiden. Wer sich die Planung so einfach wie möglich machen möchte, sollte eine Liquiditätsmanagement-Software verwenden, die Routinearbeiten automatisch erledigt. Damit ist die Liquiditätsplanung stets aktuell und Verantwortliche haben immer eine fundierte Datengrundlage, auf der sie wichtige Entscheidungen treffen können.

Über Dr. Nirmalarajah Asokan:
Dr. Nirmalarajah Asokan ist Senior Content Marketing Manager bei Agicap in Berlin. Er ist in den Themen Liquiditätsmanagement, Cashflow und Finanzplanung unterwegs. Derzeit zeichnet er für Konzeption, Optimierung und Umsetzung des Content Marketings für das Liquiditätsmanagement-Tool Agicap verantwortlich.

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