Bilanz erstellen: Beispiel & Vorlage

Mittwoch, 27. Juli 2022 | 0 Kommentare

So erstellen Unternehmen Ihre Bilanz 

Unternehmer, die zum ersten Mal eine Bilanz für ihr Gewerbe erstellen müssen, fragen sich meist, welche Bestandteile diese hat und wie sie korrekt aufgebaut ist. Lesen Sie hier, wie Sie als Unternehmer Ihre Bilanz erstellen – inklusive Beispiel und Vorlage.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Was ist eine Bilanz?
  2. Bilanzpflicht
  3. Bilanz erstellen
  4. Beispiel Bilanz
  5. Kostenlose Vorlage Bilanz
  6. Buchhaltung managen mit GetMyInvoices

 

Die wichtigsten Antworten zum Thema Bilanz erstellen als Unternehmer:

Was ist eine Bilanz?

Eine Bilanz ist eine Gegenüberstellung von Unternehmenswerten und -schulden zu einem Stichtag. Zusammen mit der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) bildet sie den Hauptteil eines Jahresabschlusses.

Wer muss eine Bilanz erstellen?

Bilanzierungspflichtig sind:

  • Einzelunternehmer mit einem Jahresumsatz von mehr als 600.000 Euro bzw. einem Gewinn von über 60.000 Euro
  • Personengesellschaften (OHG, KG)
  • Kapitalgesellschaften (GmbH, UG, GmbH & Co. KG)
  • Aktiengesellschaften (AG)

Was bedeuten Aktiva bei der Bilanzierung?

Aktiva (Aktivseite) umfassen die Vermögenswerte eines Unternehmens:

  • Anlagevermögen
  • Umlaufvermögen
  • Aktive Rechnungsabgrenzungsposten
  • Aktive latente Steuern
  • Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensrechnung

Was bedeuten Passiva bei der Bilanzierung?

Passiva (Passivseite) umfassen das Kapital eines Unternehmens. Dazu gehören:

  • Eigenkapital
  • Rückstellungen
  • Fremdkapital
  • Passive Rechnungsabgrenzungsposten
  • Passiv latente Steuern

Welche Formen der Bilanzierung gibt es?

Es existieren verschiedene Arten der Bilanzierung:

  • Eröffnungsbilanz
  • Schlussbilanz
  • Zwischenbilanz
  • Handelsbilanz
  • Steuerbilanz
  • Einzelbilanz
  • Konzernbilanz
  • Sonderbilanz

 

Denken Sie bei dem Wort Bilanz auch zuerst an Großkonzerne? Mindestens einmal im Geschäftsjahr wird sie jedoch auch für kleinere Gewerbe fällig. Gerade für junge Startups und bilanzierungspflichtige Einzelunternehmer ist sie oft eine Herausforderung. Denn sie wissen anfangs meist nicht, wie die Bilanzierung funktioniert und wozu sie benötigt wird.

Wozu dient eine Bilanz?

Die Bilanz hilft Unternehmern dabei, einen Überblick über die finanzielle Situation ihres Gewerbes zu einem Stichtag zu erhalten. Dieser ist notwendig, um basierend auf objektiven Kennzahlen rationale Unternehmensentscheidungen treffen zu können. Auch für die kennzahlenbasierte Beurteilung der Entwicklung des Unternehmens ist sie wichtig. Damit erfüllt eine Bilanz grundlegend drei Funktionen:

  • Dokumentation
  • Gewinnermittlung
  • Information

Welche Unternehmen sind bilanzierungspflichtig?

Bevor Sie sich darüber informieren, wie eine Bilanz aufgebaut ist, sollten Sie prüfen, ob Sie überhaupt bilanzierungspflichtig sind. Generell gilt, dass buchführungspflichtige Unternehmen eine Bilanz im Rahmen ihres Jahresabschlusses vorweisen müssen:

  • Personengesellschaften (OHG, KG)
  • Kapitalgesellschaften (GmbH, UG, GmbH & Co. KG)
  • Aktiengesellschaften (AG)

Freiberufler sowie Einzelunternehmer, die weniger als 600.000 Euro Umsatz und unter 60.000 Euro Gewinn erwirtschaften, sind hingegen von dieser Pflicht ausgenommen.

So erstellen Sie Ihre Bilanz

Der Gesetzgeber schreibt im Handelsgesetzbuch (HGB) vor, wie Sie Ihre Bilanzierung vorzunehmen haben und welcher Aufbau dabei zu beachten ist. Sie sind also nicht frei in der Form, sondern erstellen die Bilanz nach einem vorgegebenen Schema, indem Sie Aktiva (Aktivseite) und Passiva (Passivseite) gegenüberstellen. Hierbei handelt es sich um eine Aufstellung der Vermögenswerte auf der einen und des Eigen- sowie Fremdkapitals auf der anderen Seite.

Wichtig: Die Summe der Aktiv- sowie der Passivseite muss identisch sein (“Bilanzgleichheit”).

Aktiva

Im HGB unter § 266 „Gliederung der Bilanz“ finden Sie die Bestandteile und Reihenfolge der Aktivseite:

  • Anlagevermögen: Immaterielle Vermögensgegenstände, Sachanlagen, Finanzanlagen
  • Umlaufvermögen: Vorräte, Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände, Wertpapiere, Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks
  • Rechnungsabgrenzungsposten
  • Aktive latente Steuern
  • Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung

In der Kürze: Aktiva stellen Ihr Vermögen dar. Auf der Aktivseite zeigen Sie auf, wofür Sie Ihre (finanziellen) Mittel verwenden.

Passiva

Ebenso wie für die Aktiva findet sich auch für die Passivseite unter dem gleichen Paragrafen die Liste der Posten:

  • Eigenkapital: gezeichnetes Kapital, Kapitalrücklage, Gewinnrücklage, Gewinnvortrag oder Verlustvortrag, Jahresüberschuss oder Jahresfehlbetrag
  • Rückstellungen
  • Verbindlichkeiten
  • Rechnungsabgrenzungsposten
  • Passive latente Steuern

Kurz gefasst: Passiva spiegeln das Eigen- und Fremdkapital wider. Auf der Passivseite geben Sie an, woher Ihre (finanziellen) Mittel stammen.

Theoretisch ist diese Aufstellung meist gut nachvollziehbar. Doch wie sieht eine Bilanz in der Praxis aus?

Beispiel: So kann eine Bilanz aussehen

Das fiktive Unternehmen „Mustermann GmbH“ erstellt zum Stichtag 31.12.2021 die folgende Bilanz:

Beispiel für eine Bilanz
Beispiel für eine Bilanz

 

Hinweis: Immer zu beachten sind dabei die Grundsätze ordnungsgemäßer Bilanzierung: Bilanzklarheit, Bilanzwahrheit, Bilanzidentität und Bilanzkontinuität.

Um Ihre Bilanz nun selbst zu erstellen, können Sie sich ein eigenes Excel-Sheet vorbereiten oder ganz einfach unsere Vorlage downloaden.

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Laden Sie mit wenigen Klicks die Bilanzvorlage herunter. Im Anschluss können Sie das Muster ganz einfach individualisieren und an Ihr Business anpassen.

Kostenlose Word-Vorlage

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